Baby-led Weaning

Ein relativ neuer Trend aus Großbritannien istdas Baby-led Weaning Konzept („der vom Baby gelenkte Weg“).

Hierbei wird sozusagen die Beikostphase übersprungen. Das Baby kommt somit früh in den Genuss an den Familienmahlzeiten teilzuhaben. Dabei wird es nicht gefüttert, sondern das Baby soll sich die angebotenen Lebensmittel in den Mund stecken und sich selbst füttern. Idealerweise bekommt das Baby die gleichen Lebensmittel, die alle Familienmitglieder am Esstisch verzehren. In der Praxis stelle ich mir dies jedoch etwas schwierig vor, insbesondere dann, wenn die Babys noch sehr klein sind.

Das Baby bekommt weiterhin eine Milchmahlzeit, aber getrennt von den Familienmahlzeiten und darf sich daran satt trinken, bis es allmählich genügend Nahrung zu sich nimmt.

Leider gibt es bis dato noch nicht besonders viele Studien, die aufzeigen könnten welchen Einfluss herkömmliche Beikost gegenüber dem Baby-led Weaning auf die kindliche Entwicklung (wie zum Beispiel Wachstum oder Gesundheit) hat. Das könnte sich aber bei steigender Popularität des Themas in den nächsten Jahren ändern…

Das vermutlich größte Problem beim Baby-led Weaning Konzept ist, eine ausreichende Eisenaufnahme zu gewährleisten. Der traditionelle Fleischbrei, der idealerweise 4-5 mal wöchentlich gefüttert wird, verbessert die Eisenversorgung des Babys. Problematisch beim Baby-led Weaning Konzept dagegen ist die Aufnahme von Fleisch, da sich nur wenige Sorten für die kleinen Babys eignen (Wurst zum Beispiel enthält viel Salz, Hackbällchen haben einen hohen Anteil an unerwünschten gesättigten Fettsäuren). Da bleiben der Familie nicht viele Rezepte und Zubereitungsarten übrig.

Darüber hinaus sollte man individuell die kindliche motorische Entwicklung überprüfen, da nicht alle Babys in einem so frühen Alter überhaupt motorisch in der Lage sind sicher Fingerfood zu verzehren.

Insgesamt haben beide Konzepte Vor- und Nachteile. Jede Familie sollte sich genau überlegen, welches Konzept besser zu ihnen und besonders dem Baby passt.

 

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